Nach einem Jahr als Alisa, wird Theresa Scholze von der Schweizer Programmzeitschrift TV-Star zum Gespräch gebeten. Interviewerin Nathalie Chiavacci bereitet sich im Gespräch mit Telenovela-Spezialistin und mattschiibe-Bloggerin Karin Mayerhofer Dobler sorgfältig auf das Gespräch vor.
TV-Star: Vom riesigen Schuldenberg und der Bruchlandung des eigenen Geschäfts zum reichen Traumprinzen: Hatten Sie auch schon so Tiefs und Hochs wie Alisa?
Theresa Scholze: (Denkt nach.) Nein, zum Glück nicht. Dass im Leben nicht alles so glatt läuft, ist normal, doch ich habe noch nie so viel Geld verloren und bin auch noch nie von einem Mann so reingelegt worden.
Was war denn das Schlimmste?
Als ich an der Schauspielschule in Berlin abgelehnt wurde und sogar beim Eignungstest durchgefallen bin. Da hab ich mich in die U-Bahn gesetzt und eine Stunde geheult.
An der Schauspielschule durchgefallen – und das obwohl Ihre Grosseltern, Ihre Eltern und Ihre Schwester sich der Schauspielerei verschrieben haben?
Ich war halt recht eingebildet und dachte, dass ich den Eignungstest leicht packen würde. Da kam ich schön auf die Welt.
Die Schauspielschule haben Sie dann aber trotzdem noch absolviert?
Ja, nachdem ich durchgeflogen war, wollte ich allerdings erst mal nichts mehr davon wissen. Ich habe dann Psychologie studiert. Bis ich merkte, dass das nicht so mein Ding ist. So hab ich mich ein Jahr später in Leipzig nochmals beworben – und da hat’s auf Anhieb geklappt.
Was reizte Sie an der Telenovela «Alisa»?
Meine erste Reaktion auf das Angebot des ZDF war: «Ne, das pack ich nicht!» Dann dachte ich: «Na ja, du bist jetzt 28 und hast die einmalige Gelegenheit, ein Jahr lang in deinem Traumberuf zu arbeiten.» Dieses tolle Angebot konnte ich einfach nicht ablehnen, und bisher habe ich noch keinen Tag bereut. Doch jetzt freu ich mich richtig darauf, endlich meinen Serien-Traumprinzen Christian zu heiraten. Und das unglaublich tolle Hochzeitskleid zu tragen, das extra für mich angefertigt wird (lacht).
Zum Drehstart haben Sie gesagt: «Jan ist der perfekte Christian für Alisa.» Ist Jan Hartmann auch der perfekte Mann für Sie?
Nein, wir sind nicht zusammen, und ich glaube auch nicht, dass wir zusammenkommen. Doch er ist einer der tollsten Kollegen, die ich mir wünschen kann. Er ist lieb, aufmerksam, kollegial und überhaupt nicht eitel. Einfach jemand, mit dem man gerne 14 Monate zusammenarbeitet. Jetzt, wo es auf das Ende zugeht, denke ich oft: «Boah, was hatten wir für eine schöne Zeit!» Doch privat hat’s nicht so gefunkt wie zwischen Christian und Alisa.
Eine Telenovela ist ja sehr gefühlsbetont, bleibt da Ihre Vorliebe für actionreiche Rollen etwas auf der Strecke?
Natürlich ist meine Figur sehr auf Romantik und Liebe ausgerichtet, da schiele ich schon manchmal neidisch auf die Kollegen, die richtig böse sein dürfen. Doch grade gestern hab ich ein Drehbuch gelesen, wo Alisa wieder ausflippt. Da freu ich mich riesig drauf!
Ihre Drehtage beginnen um 7 Uhr und dauern manchmal bis spätabends: Würden Sie da manchmal nicht gern liegen bleiben?
Ich bin zwar kein Frühaufsteher, doch – das klingt jetzt etwas schleimig – wir haben ein tolles Team. Ich freue mich jeden Morgen, aufzustehen und ins Studio zu fahren.
Wie diszipliniert sind Sie – auf einer Skala von 1 bis 10?
(Überlegt einige Sekunden.) Bei der Arbeit eine gute 9! Privat bin ich nicht so diszipliniert, da braucht’s recht viel, bis ich meinen inneren Schweinehund überwinde, um zum Beispiel joggen zu gehen (lacht).
Was machen Sie sonst, um abzuschalten?
Oft leg ich mich in die Badewanne und schlafe dabei fast ein. Oder ich trinke ein Glas Wein und gucke «Monk», «Gilmore Girls» oder «Sex and the City» hoch und runter. Oft telefoniere ich auch mit Freunden und lasse mir vom Leben erzählen.
Haben Sie Pläne fürs Leben nach «Alisa»?
Erst mal Weihnachten mit der Familie, da freu ich mich schon riesig drauf. Zudem bin ich ein Südafrika-Fan und plane, dort Urlaub zu machen. Allerdings vor der Fussball-WM, denn ich mag keine Menschenmassen. Beruflich sollte ich wohl so schnell wie möglich wieder etwas drehen, damit ich «Alisa» nicht allzu sehr nachtrauere.
(Das Interview führte Nathalie Chiavacci und erscheint im TV-Star Nr. 46, 14. – 20.11.2009, das Interview ist urheberrechtlich geschützt. Herzlichen Dank an TV-Star für die freundliche Genehmigung, das Interview in voller Länge hier abbilden zu dürfen.)